Geschenke…

 

Unterwegs zu einem Termin gehe ich den Gehsteig entlang. Vor mir öffnet sich ein Haustor, ein Wolfshund hüpft heraus, strauchelt auf der einen Stufe, die vor der Türe auf den Gehweg führt. Noch im freien Fall rappelt er sich rasch auf und dreht sich unfassbar gleichzeitig um. Ein Mann kommt aus der Türe, jedoch die Frau dahinter wird von dem Tier fixiert. Der Hund gibt einen Laut von sich, kein Bellen, eher ein Ruf; dabei schaut er von der gefährlichen Stufe zur Frau, wieder zur Stufe, wieder zur Frau, noch so ein Ruf-Laut. Als der Mann und die Frau beide das Haus sicher verlassen haben, ohne irgendetwas zu bemerken, dreht sich der Hund wieder um, und hüpft fröhlich den Gehsteig entlang, vor seinen beiden Menschen. Ich stehe noch länger alleine still auf dem Gehsteig, berührt von dieser klugen Bedachtsamkeit, die dieses wunderbare Wesen gezeigt hat.

Die einzige Sorge bei seinem Ausrutscher war wohl, seinem Frauchen könnte das auch passieren. Und dieser Laut, war so eigen, so voller Warnung, Fürsorge, Liebe, Achtung und Besonnenheit. Nur ein Tier? Wenn du ausrutscht, ist das Erste was du tust, schnell darauf zu achten, dass es dem hinter dir nicht auch passiert?

Man muss nicht Tierkommunikation lernen und studieren, oder die Psychologie der Tiere verstehen. Mit offenem Herzen durch die Welt gehen, und das Herz wird zu deinen Augen, zu deinen Ohren; und du beginnst zu sehen, zu hören und zu verstehen. Die Langsamkeit in dieser schnellen Welt lässt uns erkennen, wie verbunden wir alle sind; und die Berührung mit der Welt der Tiere ist wie eine Berührung mit uns selbst, mit dem Schönen und kindlich Unschuldigem, aber auch oft mit dem ehrlich Wilden in uns.

Auch Tiere sind Geschenke des Himmels. Wir haben lediglich die Herausforderung die vielen unzähligen Geschenke, die wir erhalten, zu erkennen, und zu achten. Vielleicht werden wir dann auch zu den Geschenken, die wir ursprünglich sind.