Rituale und Hingabe

 

Ich befinde mich also als einer der Teilnehmer eines Workshops  mit anderen im Kreis stehend um eine Sophia-Statue, eine Zeremonie der Erdheilung zelebrierend. Wie so oft bei Ritualen überkommt mich meine berühmte „Un-heiligkeit“  (darüber werde ich noch einmal berichten), und ich betrachte langsam die Runde.

Geschlossene Augen, konzentrierte Gesichter. Ich überlege. Ich bin auch immer sehr konzentriert wenn ich mit Wesen arbeite, die krank sind, vor allem bei Notfällen. Und wenn ich ströme? Das fühlt sich ganz leicht an. Meine letzte Erdheilung? Das war ein kranker sterbender Wald, das war ein wenig traurig. Hmm.. Also was stimmt mit mir jetzt nicht? Ich frage die Erde. Die wollen wir ja schließlich gerade heilen. Was stimmt hier nicht, Erde? Warum fühlt sich das gerade so schwer und gar nicht nach Heilung an?

Meine Gedanken durchbricht das Bellen des jungen Hundes Leo, auch ein Teilnehmer; also eigentlich der Hund der Organisatorin. Ein kurz zuvor gerettetes dünnes Häufchen Wesen.

Er hat einen Schmetterling entdeckt. Voller Lebensfreude will der nun gejagt werden. Leo hüpft selbstvergessen dem bunten Flattern nach, springt und läuft, nichts anderes ist mehr wichtig, nur der Schmetterling.

Schmetterlinge sind Botschafter der Engel, sie durchlaufen und lehren Transformation, und können mit einem zarten Flügelschlag den Orkan am anderen Ende der Welt auslösen.

So ein Schmetterling flattert vor Leos Nase. Und Leo gibt sich hin. Völlig und ganz. Das Jetzt. Das Hier. Freudvollste innige Hingabe an den Augenblick voller Schmetterling.

DAS ist Heilung. Freude im Jetzt. DAS fühlt sich gut an, und leicht, und richtig, und ich denke, lasst uns alle einem Schmetterling folgen, tanzend fröhlich durch die Wiese, voller Hingabe an die Schönheit dieses einen Augenblicks.

Und schon wäre die Erde (und wir alle) geheilt.